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Hätte uns jemand vor 30 Jahren prophezeit, dass wir irgendwann einmal gegen die 3. Mannschaft eines Vereins antreten müssten, hätten wir müde lächelnd abgewunken. Jetzt ist es - schon länger - bittere Realität. Nicht nur, dass wir gegen VfR III (!) spielen müssen, nein, wir verlieren auch noch chancenlos mit 3:9 gegen die nicht einmal in bester Aufstellung angetretene 3. Reserve des VfR.

Die Doppelumstellung brachte zumindest einen Punkt. Kreidel/Götz gewannen gegen Müller/Chabok nach 0:2 Satzrückstand noch 3:2. Die beiden anderen Doppel gingen mit 1:3 (Pietsch/Held gegen Matosic/Gödel) und 0:3 (Neiter/Herrchen gegen Karch/Fehrenbach) recht klar verloren.

Im vorderen Paarkreuz hatte Götz gegen 20.50 Uhr seine positive Bio-Kurve des Tages deutlich überschritten und unterlag nahezu wehrlos gegen Müller 1:3. Senioren, die am Beginn des 6. Lebensjahrzehntes stehen, sollten nach 20.30 Uhr keinen Sport mehr treiben. Kreidel machte es etwas besser und gab Karch in drei knapppen Sätzen das Nachsehen.

Den dritten und letzten Punkt des Abend für Igstadt holte dann Tobi Pietsch mit einem klaren 3:0 Sieg gegen Gödel. Das war es dann aber auch: Neiter hatte gegen Matosic beim 0:3 ebenso keine Chance wie Peter Herrchen gegen Chabok und Held gegen Fehrenbach.

Markus Kreidel lieferte sich danach noch ein packendes Match gegen Müller, führte in allen Sätzen zu hoch, um diese jeweils sicher durchbringen zu können und hatte dann im 5. Satz beim 10:12 etwas Pech. Götz musste zum letzten Einzel auf der Bank aufgeweckt werden und erwachte dann erst nach Ende des 3. Satzes, leider zu spät, um das Spiel noch herumreißen zu können.

Den Schlusspunkt setzte Pietsch mit einer 1:3 Niederlage gegen den starken Matosic, gegen dessen sicheres Blockspiel an diesem Abend kein Kraut gewachsen war.

Fazit: In dieser Form sind wir einer der Abstiegskandidaten und können nur hoffen, dass Idstein und Eibingen auch in der Rückrunde weiterhin noch schwächer spielen als wir.

Ohne unsere Nummer Zwei und Käpt'n Dr. Klaus Götz, der 30 Jahre Filmmusik aus Hollywood mit Heike, James, Newton und Howard in der Jahrhunderthalle, 200 Jahren Tischtennis-Genialität (oder eher 'Geriatrie-Tät') mit Heidi, Markus, Rolf, Tobi und Peter in der Jahnhalle, den Vorzug gab, war die knappe Niederlage leider unvermeidbar.

Erschwerend kam dann noch hinzu, dass unsere beiden Youngster und hoffnungsvollen TT-Talente (Paul und Alex), von denen einer als Ersatz eingeplant war, krankheitsbedingt ebenfalls nicht dabei sein konnten.
So traten wir mit Markus Kreidel ('bin fit), Tobi Pietsch ('habe Migräne), Rolf Mätz ('habe Knie), Heinz-Dirk Neiter ('habe Achillesferse), Peter Herrchen ('habe Hüfte und Schulter) und unserem lieben Ersatzmann Frank Mitsche ('habe Einiges) gegen die ebenfalls zumindest im hinteren Paarkreuz mit Ersatz angetretenen Schwalbacher an.

Nach den Eingangsdoppeln stand es leider 1:2. Kreidel/Mätz konnten sich nach Anlauf-Schwierigkeiten im ersten Satz von Rolf (s.o. 'habe Knie) dann doch sicher mit 3:1 gegen Becht/Schumacher behaupten. Unser 'Opferdoppel' Pietsch/Mitsche stand gegen das Spitzendoppel Müller/Seidel erwartungsgemäß mit 0:3 auf verlorenem Posten. Leider schwächelten Neiter/Herrchen wie schon in den letzten zwei Spielen erneut und verloren trotz zweier Satzbälle im 3. Satz insgesamt mit 1:3.
Diesem Einpunkte-Rückstand liefen wir nun in der Folge ständig hinterher. Markus Kreidel behielt knapp mit 3:2 gegen Seidel die Oberhand, während sich Tobi Pietsch in einem sehr guten Spiel - zumindest in zwei der drei Sätze - zwar mit 0:3 aber eigentlich dennoch knapp gegen Müller geschlagen geben musste. In der Mitte gewann unser Oldie Rolf Mätz, der übrigens extra aus Karlsruhe für diese Spiel angereist war - hast Du das gelesen Klaus? - , sehr knapp mit 3:2 (alle gewonnenen Sätze mit 11:9) gegen Manuel Schumacher, während Heinz-Dirk Neiter mit 10:12, 10:12 und 7:11 leider in drei Sätzen verlor. Im hinteren Paarkreuz gelang Peter Herrchen gegen den Ersatzmann Klöster mit 3:1 immerhin der zweite Sieg in dieser Saison. Leider konnte Frank 'Frankie-Boy' Mitsche nur im ersten Satz gegen Stefan Hartmann Paroli bieten und verlor mit 1:3.
Somit starteten wir auch in den zweiten Durchgang bei 4:5 mit dem Einpunkte-Handicap.
Markus Kreidel behielt, obwohl er wie so oft mit seiner Form, seinem Block, seinem Topspin, seinem Aufschlag und seinem 'eigentlich alles' haderte, denkbar knapp im fünf Sätzen gegen Konstantin Müller die Oberhand. Die Schlüsselstelle des Spiels war dabei der 6:9 Rückstand von Markus im 5. Satz: Ein Stoppball wurde von gegnerischen Schiedsrichter nicht gegeben, übrigens eine durchaus vertretbare Entscheidung. Doch danach konnte der aufmerksame Beobachter von der Bank plötzlich erkennen, wie sich Markus wütend, aber nach außen ganz ruhig, auf seine spielerischen Fähigkeiten konzentrierte. In der Folge griff er mit seinem starken Vorhand-Topspin plötzlich jene Bälle an, die er 4 3/4 Sätze lang eher mit seinem Rückhand-Antitop defensiv über den Tisch schob. So schlug es exakt fünfmal auf der gegnerischen Plattenhälfte ein und Markus gewann ob dieser mentalen Meisterleistung letztlich verdient mit 3:2  und 11:9 im Entscheidungssatz. Im zweiten Spitzeneinzel spielte Tobi Pietsch erneut sehr stark, musste sich aber dennoch mit 1:3 der Schwalbacher Nummer 2 Uwe Seidel geschlagen geben.
Nun ruhten alle Hoffnungen auf unserem mittleren Paarkreuz, den Einpunkte-Rückstand in einen Einpunkte-Vorsprung umzuwandeln. Dabei spielte Rolf Mätz wirklich sehr stark gegen den beidhändigen Topspin-Angreifer Maximilian Becht, konnte aber leider eine Führung im ersten Satz nicht nutzen und unterlag durchaus knapp und sehr gut agierend mit 9:11, 8:11 und 10:12. Heinz-Dirk behielt mit 3:1 gegen Schumacher die Oberhand, aber es blieb mit 6:7 beim Einpunkte-Rückstand. Peter Herrchen war danach mit seinen Handicaps gegen den fast fehlerlos und variabel spielenden Stefan Hartmann mit 0:3 eigentlich ebenso chancenlos, wie Frank Mitsche mit 0:3 gegen Klöster.
Damit war die zweite 6:9 Niederlage in Folge besiegelt.

Fazit:
Der kurzzeitige Freigang von Rolf, Peter, Heidi, Tobi und Frank aus der Orthopädie-, Neurologie- und Inneren-Abteilung der HSK war ohne unseren Chefarzt Dr. Götz leider nutzlos. Bleibt nur zu hoffen, dass die Fünf bei der Rückkehr in ihre Krankenhausbetten weit nach Mitternacht keinen Ärger mit den Nachtschwestern bekommen haben.